16. Juni 2021

Wieder kein Tor

Deutschland – Chile 0:0 in Offenbach (Stadion am Bieberer Berg)

Deutschland: Benkarth (Bayern München) – Brand (TSG Hoffenheim), Feldkamp (SGS Essen), Kleinherne (Eintracht Frankfurt), Rall (TSG Hoffenheim) 46. Lohmann (Bayern München), 77. Starke (SC Freiburg) – Lattwein (TSG Hoffenheim), Nüsken (Eintracht Frankfurt) 68. Dongus (TSG Hoffenheim),  Dallmann (Bayern München) – Knaak (Atletico Madrid), 46. Bühl (Bayern München), Freigang (Eintracht Frankfurt) 68. Anyomi (SGS Essen), Waßmuth (TSG Hoffenheim), 68. Krumbiegel (TSG Hoffenheim). Trainerin: Voss-Tecklenburg.

Chile: Endler – N. Lopez, Pardo, Guerrero, Toro, Y. Lopez (79. Balmaceda), Araya, Lara, Zamora, Urrutia (61. Acuna), Aedo. Trainer: Henriquez.

Tore: Keine.  

Zuschauer: 500.

Gelbe Karten: Lopez.

Schiedsrichterin: Maria Sole Caputi (Italien).

Im deutschen Offensivspiel hakt es weiterhin ganz gewaltig. Nach der 0:1-Niederlage in Frankreich blieben die DFB-Frauen auch gegen Chile ohne Torerfolg und mussten sich mit einem enttäuschenden 0:0 zufrieden geben. Es gab kaum gelungene Offensivaktionen zu sehen, das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg hatte größte Schwierigkeiten mit dem 37. der Weltrangliste. Die maximal zweitklassigen Chileninnen gefielen mit ihrer giftigen, robusten Spielweise und standen mehrfach vor einem Tor.

Die deutsche Startelf gegen Chile, hinten von links: Laura Freigang, Laura Benkarth, Tabea Waßmuth, Jule Brand, Sjoeke Nüsken, Lena Lattwein; vorne von links: Sophia Kleinherne, Maximiliane Rall, Linda Dallmann, Jana Feldkamp, Turid Knaak. Foto: imago

Im letzten Länderspiel vor der Sommerpause waren aus der Startelf gegen Frankreich nur drei Spielerinnen dabei. Linda Dallmann führte das Team als Kapitänin aufs Feld. Von Beginn an machte die chilenische Spielweise der deutschen Elf Probleme. Die Gäste waren aggressiv im Zweikampf, sehr giftig und robust und gaben keinen Ball verloren. Sie griffen die deutschen Spielerinnen sehr früh an, so dass diese Mühe hatten, zu einem ruhigen Aufbauspiel zu kommen.

Gefährlich wurde es nur über rechts, wenn die Hoffenheimerin Tabea Waßmuth mit Tempo kommen konnte. Sie war die beste deutsche Spielerin. Doch im letzten Drittel waren die Zuspiele zu ungenau. Die besten Möglichkeiten hatten Dallmann (31.) und Lena Lattwein (43.), die bei einer möglichen Direktabnahme den Ball nicht traf. Auf der anderen Seite musste Laura Benkarth mit einer Fußabwehr den Rückstand verhindern (36.).

Wer erwartet hatte, dass bei Chile im zweiten Durchgang die Kräfte schwinden würden, sah sich getäuscht. Die Südamerikanerinnen machten Deutschland auch weiter das Leben schwer. Chancen waren Mangelware, gerade auch die Standards wie Freistöße und Ecken waren völlig ungefährlich. In der 50. Minute scheiterte Waßmuth an Christiane Endler im chilenischen Tor. Die Tochter eines deutschen Vaters und einer chilenischen Mutter spielt bei Paris St. Germain. In der Schlussphase wurde es noch einmal turbulent, beide Mannschaften hatten den Siegtreffer auf dem Fuß. Zamora zielte in der zweiten Minute der Nachspielzeit am langen Eck vorbei, dann scheiterte die eingewechselte Nicole Anyomi allein auf Endler zulaufend (90.+4).

Stimmen zum Spiel:

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: „Wir sind gar nicht ins Spiel gekommen, haben mehr Zweikämpfe verloren als gewonnen und hatten keine Spielruhe. Das war heute keine gute Leistung, das ist nicht unser Anspruch.“

Turid Knaak: „Wir haben keine spielerischen Lösungen gefunden. Es war zu wenig Dynamik und Bewegung im Spiel. Natürlich sind wir nicht eingespielt, aber wir hatten genügend Qualität auf dem Platz.“

Michael Rappe


Highlights vom Spiel auf DFB TV

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