31. März 2022

Was für ein Drama in Paris – Bayern scheidet im Viertelfinale aus

Nach einem denkwürdigen Spiel ist der deutsche Meister Bayern München im Viertelfinale der Champions League ausgeschieden. Eine Woche nach der 1:2-Heimniederlage gegen Paris Saint-Germain reichte aufopferungsvoll kämpfenden Münchnerinnen ein 2:2 (2:1, 1:1) nach Verlängerung nicht zum Weiterkommen. Im Prinzenpark zu Paris sorgten 27.262 Zuschauer für einen Rekordbesuch bei einem PSG-Heimspiel.

Die Münchnerin Saki Kumagai (links) verfolgt PSG-Stürmerin Marie-Antoinette Katoto im Pariser Prinzenparkstadion. Foto: Thomas SAMSON / AFP

Schlechter konnte die personelle Lage vor dem Spiel kaum sein, elf Stammspielerinnen fehlten bei Bayern wegen Corona oder Verletzungen. Auf der Bank saßen nur noch zwei Feldspielerinnen. Doch mit dem Mute der Verzweiflung und einem riesengroßen Kämpferherzen zeigten die Münchnerinnen von Beginn an, über die kompletten 120 Minuten, ein ganz großes Spiel. Dabei mussten sie erneut einen Rückstand verdauen, weil Torfrau Janina Leitzig eine ganz tückische Hereingabe von Baltimore unterschätzte. Der Ball schlug hoch im langen Eck ein. Doch die Münchnerinnen konterten sofort, und Saki Kumagai schoss einen abgewehrten Kopfball von Lea Schüller zum 1:1 ein.


Champions-League-Viertelfinale:

Paris Saint-Germain – Bayern München 2:2 n.V. (1:1, 1:2)

Paris: Votíková – Lawrence, Dudek, Ilestedt, Karchaoui – Geyoro (120. Luana), Hamraoui (93. Bachmann), Diallo (77. Fazer) – Diani, Katoto, Baltimore (116. Folquet)

München: Leitzig – Glas, Viggósdóttir, Kumagai, Gwinn – Lohmann, Magull, Simon – Beerensteyn (105. Landenberger), Schüller, Bühl. Trainer: Scheuer

Tore: 1:0 Baltimore (17.), 1:1 Kumagai (19.), 1:2 Schüller (55.), 2:2 Bachmann (112.)

Gelbe Karten: Dudek, Karchaoui, Diallo, Baltimore / Bühl

Schiedsrichterin: Staubli (Schweiz)

Zuschauer: 27.262 im Prinzenpark


In der zweiten Halbzeit waren die Bayern-Frauen wiederum die bessere Mannschaft, Paris agierte erstaunlich defensiv. Lea Schüller war es wiederum, die einen Schuss von Klara Bühl mit dem Ellenbogen ins Tor lenkte. Etwas glücklich, solche Situationen wurden auch schon abgepfiffen. Janina Leitzig parierte einen Katoto-Schuss glänzend (79.), dann hatten Klara Bühl und Lina Magull die Chance zum 3:1. Mit viel Einsatz verteidigten die Gäste die Führung und glichen somit das Hinspielergebnis aus. Verlängerung!

Beiden Teams merkte man den Kräfteverschleiß an. Klare Torchancen gab es nur wenige, und dann schlug die eingewechselte Ramona Bachmann für Paris zu. In der 112. Minute traf sie hart bedrängt ins Tor. Außer einigen Eckbällen sprang für die Bayern-Frauen nichts Zählbares mehr heraus.

Im zweiten Viertelfinale am Mittwochabend gewann Titelverteidiger FC Barcelona vor der neuen Weltrekordkulisse von 91.553 Zuschauenden im Stadion Camp Nou mit 5:2 (1:1) gegen Real Madrid und zog ins Halbfinale ein. Der bisherige Zuschauer-Weltrekord für ein Frauen-Spiel stammte aus dem Jahr 1999, damals hatten 90.185 Fans das WM-Finale zwischen Gastgeber USA und China im Rose Bowl in Pasadena verfolgt. Auf Klubebene war bislang beim Duell zwischen Atletico Madrid und Barcelona 2019 mit 60.739 Besuchern die Bestmarke erreicht worden.

Michael Rappe (mit Material von sid)

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