10. Dezember 2021

Bundesliga-Vorschau auf den 11. Spieltag: Bayern in Potsdam gefordert

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Die Fußball-Bundesliga der Frauen startet wegen der Europameisterschaft im kommenden Jahr später als gewohnt. Der erste Spieltag ist erst vom 16. bis 18. September 2022 angesetzt und damit sieben Wochen nach dem EM-Finale in England. Die 2. Bundesliga beginnt am 27. und 28. August. Dies geht aus dem am Donnerstagabend vom Präsidium des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verabschiedeten Rahmenterminkalender hervor.

Die erste Runde im DFB-Pokal findet demnach zwischen dem 20. und 22. August 2022 statt, die Erstligisten haben noch Freilos. Die Bundesligisten gehen nach dem 10. Spieltag am 11. Dezember 2022 in die Winterpause, fortgesetzt wird die Saison ab dem 3. Februar 2023. Der 22. und letzte Spieltag ist am 29. Mai 2023 angesetzt, das Datum für das DFB-Pokal-Finale wird später bekannt gegeben.

Rahmenterminkalender auf dfb.de

sid

Der vorletzte Hinrundenspieltag begann mit der Freitagspartie des SC Freiburg gegen den 1. FC Köln. Das 2:2 war für Aufsteiger Köln ein überraschender Punktgewinn und ein weiterer Schritt zum erstmaligen Klassenerhalt nach dem vierten Bundesligaaufstieg. Es hätten sogar drei sein können, doch Samantha Steuerwald gelang es in der vierten Minute der Nachspielzeit, doch noch den Ausgleich zum 2:2-Endstand für die Breisgauerinnen zu erzielen.

Für weitere Berichte von den Spielen des Spieltages verweisen wir auf die übliche Berichterstattung auf der Homepage. Im Nachfolgenden schauen wir auf die fünf Spiele am Samstag und Sonntag..

Bei den Spielen der Champions-League-Teilnehmer Bayern, Wolfsburg und Hoffenheim wird es vor allem darauf ankommen, ob die Kräfte reichen. Wolfsburg muss schon am Samstag in Leverkusen ran. Bei Bayern zeigte der Trend zuletzt ganz deutlich nach unten. Bayern München dürfte im Topspiel des Tages bei Turbine Potsdam richtig gefordert sein. Klarer Favorit ist die TSG Hoffenheim beim Tabellenletzten SC Sand. In der Favoritenrolle ist auch Eintracht Frankfurt bei Werder Bremen. Carl Zeiss Jena braucht gegen die SGS Essen zwingend einen Sieg.

Michael Rappe

Bayer Leverkusen

Vier Niederlagen am Stück mit 19 Gegentore – seit dem 7:6-Erfolg nach Elfmeterschießen im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Hoffenheim gab es für Bayer kein Erfolgserlebnis mehr. „Die letzten Wochen sind natürlich nicht spurlos an uns vorübergegangen – weder an uns als Staff noch am Team. Dementsprechend sind wir momentan alles andere als euphorisch“, sagte Trainer Achim Feifel. Der 57-Jährige konstatiert: „Zuletzt in München war unsere individuelle Leistung auf keiner Position ausreichend. Es fehlte uns vor allem an Leidenschaft, Laufbereitschaft und dem Willen, sich zu wehren. Ich hoffe aber, dass wir durch Spiele wie diese und die letzten Wochen lernen.“

Mit dem VfL Wolfsburg steht für die Leverkusenerinnen nach den Partien gegen die TSG, Eintracht Frankfurt und die Münchnerinnen der vierte Schwerkaliber auf dem Programm. Erst am vergangenen Wochenende setzten sich die Wölfinnen gegen den Aufsteiger Carl Zeiss Jena mit 5:0 durch. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass vor allem der Gegner meistens den Ball haben wird, für uns hingegen dadurch vor allem unsere Arbeit in der Defensive entscheidend sein wird. Gelingt uns das, ist auch gegen Wolfsburg alles möglich“, gibt Feifel die Marschroute vor.

Personell konnte Feifel durch zahlreiche Impfreaktionen in dieser Trainingswoche nur auf zwölf Spielerinnen aus dem ursprünglich 22-köpfigen Kader zurückgreifen. Außerdem wird Caroline Siems aufgrund von Knieproblemen voraussichtlich erst zum Rückrunden-Auftakt wieder zur Verfügung stehen. Nina Brüggemann ist ebenfalls noch nicht einsatzbereit, sie befindet sich nach ihren Bandscheiben-Beschwerden derzeit im Aufbautraining, ebenso wie Jessica Wich.

Hinzu kommen die Ausfälle von Henrike Sahlmann und Dóra Zeller. Sahlmann konnte die Trainingseinheit am Dienstag aufgrund von Wadenproblemen nicht absolvieren, Zeller verletzte sich am Sprunggelenk. Zuletzt wird auch Dina Blagojević fehlen. Die Mittelfeldakteurin ist mit einem Syndesmosebandriss von der serbischen Nationalmannschaft zurückgekehrt und wurde bereits erfolgreich operiert. Die 24-Jährige wird für mindestens drei Monate ausfallen.

Mit einem Sieg bei Bayer Leverkusen würde sich Wolfsburg die Halbzeitmeisterschaft sichern. Zwar nicht mehr als eine Momentaufnahme, aber dennoch ein Signal an die Konkurrenz. Nach dem anstrengenden Spiel in Genf dürfte fleißig rotiert werden. „Ich denke da zum Beispiel an Turid Knaak, die zuletzt eher wenig gespielt hat und somit die nötige Frische mitbringen würde“, sagte Trainer Tommy Stroot. Svenja Huth wird definitiv ausfallen, hinter dem Einsatz von Shanice van de Sanden steht ein Fragezeichen. Almuth Schult hat seit ihrer Quarantäne noch nicht wieder trainiert. Das Champions-League-„Endspiel“ gegen Chelsea spielt noch keine Rolle. „Wir dürfen nicht Energie mit Dingen verschwenden, die uns kurzfristig nicht weiterhelfen. Nach Leverkusen haben wir vier Tage Zeit, um uns auf dieses wichtige Spiel vorzubereiten – und das ist fast schon Luxus“, so Stroot.

SC Sand

Der SC Sand und Carl Zeiss Jena sind die beiden einzigen Bundesligisten, die noch immer auf einen Sieg warten. Fast folgerichtig liegen sie daher auf den beiden Abstiegsplätzen. „In den nun anstehenden beiden Heimspielen gegen Hoffenheim und Frankfurt erwartet niemand etwas von uns, das kann unsere Chance sein“, sagte Trainer Alexander Fischinger vor dem Baden-Derby, zu dem maximal 750 Zuschauer zugelassen sind.

Die Gastgeberinnen stehen, wie schon in der gesamten Spielzeit, einmal mehr gehörig unter Druck. „Dieses Mal allerdings ist der Druck, kein Gegentor zu bekommen, nicht zwingend eines zu schießen“, so Fischinger, der sich der geballten Offensivkraft der Gäste bewusst ist. „Wir haben die Woche über schonungslos die vergangenen Spiele analysiert. Die Mannschaft hat mir im Training dann gezeigt, dass sie sich dafür entschuldigen möchte und gewillt ist, alles für den Klassenerhalt zu tun. Die Zeit des Jammerns ist jetzt vorbei“, so die deutlichen Worte des erfahrenen Trainers. Unter Umständen wird der Verein in der Winterpause auf die aktuelle Situation reagieren. „Ich habe der Mannschaft gesagt, dass sie ihre letzten Pfeile verschossen hat, wir als Verein aber noch ein paar im Köcher haben“, so Fischinger.

Der SC Sand muss weiterhin auf seine beiden Langzeitverletzten Summer Green und Fatma Sakar verzichten. Chiara Loos wird nach ihrer Erkältung wieder in den Kader zurückkehren und auch Sylvia Arnold wird nach ihrem Comeback vergangene Woche in Köln nach zweieinhalb Jahren Bundesligaabstinenz und eigentlichem Karriereende das Team wieder ergänzen. 

TSG Hoffenheim

Die Favoritenrolle ist eindeutig verteilt. Trotz der Belastungen in der Champions League möchte die TSG Hoffenheim aus den beiden badischen Duellen (Sonntag in Sand, dann in Freiburg) die volle Punktzahl holen. Bei Hoffenheim dürfte wieder viel rotiert werden. „Wir werden sicherlich nicht mit der gleichen Elf wie in Køge beginnen“, kündigte Gabor Gallai an. Torfrau Laura Dick hat sich beim Warmmachen am Donnerstag am Finger verletzt, für sie wird Lina von Schrader als Ersatztorhüterin auf der Bank Platz nehmen.

Turbine Potsdam

Die gute Nachricht kam von der brandenburgischen Landesregierung. Für das Topspiel gegen Bayern München sind Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion zu gelassen. Noch ist die Heimbilanz von Turbine fast makellos, beim 3:3 gegen Hoffenheim gab es den ersten Punktverlust. Einen Sieg gegen die Bayern gab es allerdings schon sehr lange nicht mehr.  Fast auf den Tag genau vor fünf Jahren gab es ein 2:1 in München, der letzte Heimsieg gegen den amtierenden deutschen Meister datiert gar vom 14. Dezember 2012. Für Sarah Zadrazil, bis 2020 in Diensten von Turbine, ist die Heimkehr an die frühere Wirkungsstätte.

Michael Rappe

Bayern München

Bayern München hat den auslaufenden Vertrag mit Ivana Rudelic (29) bis 2023 verlängert. Das teilte der FC Bayern am Montag mit. Die Stürmerin war im Januar von Bayer Leverkusen nach München zurückgekehrt und befindet sich nach einem Kreuzbandriss im März auf dem Weg zurück ins Team. „Aktuell läuft die Reha nach Plan und wir hoffen, Ivana im Laufe der Rückrunde wieder auf dem Platz zu sehen“, sagte die Sportliche Leiterin Bianca Rech.

sid

Carl Zeiss Jena

Null Punkte und 1:19 Tore – gegen die vier Topteams der Liga gab es die befürchtete Negativ-Bilanz. Mit der SGS Essen kommt nun ein weniger starkes Team nach Jena. Mit Blick auf die Tabelle wird klar, dass Carl Zeiss gegen Essen nicht verlieren darf. Im letzten Heimspiel des Jahres müssen Punkte her. „Wir wissen um die Bedeutung des Spiels und wollen unser Bestes geben, um die Punkte in Jena zu behalten. Dafür bereiten wir uns im Training akribisch vor“, sagte Trainer Anne Pochert. Obwohl die Thüringerinnen weiterhin auf ihren Premierensieg in der Bundesliga warten, stehen die Chancen am Sonntag besser als zuletzt: „Die SGS Essen ist natürlich ein anderes Kaliber als Bayern oder Wolfsburg zuletzt. Sie verfolgen eine ähnliche Spielidee wie wir und setzen auf schnelles Umschaltspiel. Außerdem ist das Team wie unseres insgesamt sehr jung mit vielen Talenten. Trotzdem gibt es einige Spielerinnen, die schon sehr viel Bundesligaerfahrung mitbringen“, so Pochert Analyse des Gegners.

SG Essen

Nach der ärgerlichen 0:1-Heimniederlage gegen Freiburg am letzten Wochenende, muss an diesem Sonntag ein Sieg gegen Jena her, um den Abstand auf den Verfolger SV Werder Bremen zu wahren. Das Spiel in Jena wird mit Sicherheit über die Einstellung, die Mentalität des jeweiligen Teams entschieden. Die Gastgeberinnen müssen erst einmal die 0:5-Niederlage bei Tabellenführer VfL Wolfsburg verarbeiten. Auf der anderen Seite nagte das knappe 0:1 der Essenerinnen auch an deren Nervenkostüm. Trotzdem müssen solche Gedanken vor dem anstehenden Spiel aus den Köpfen. Der Schlüssel für einen Erfolg der SGS in der Thüringischen Universitätsstadt wird sein, dass das Team von Trainer Markus Högner die richtige Balance zwischen Angriffsfußball und Pressing auf der einen Seite und einer sicheren Defensive auf der anderen Seite findet. Der Blick in die Statistik zeigt, dass in 23 Begegnungen die Mannschaft aus Jena neun Siege mitnehmen konnte, während die SGS nur sieben Erfolge für sich verbuchen konnte. Sieben Partien gingen für beide Teams unentschieden aus.

Werder Bremen

Als klarer Außenseiter geht Werder Bremen ins Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Im Vorjahr gab es eine 0:5-Niederlage.

Eintracht Frankfurt

Frankfurt möchte mit einem Sieg an der Weser eine starke Hinrunde krönen. „Wir haben in dem Spiel die Favoritenrolle, aber müssen uns trotzdem erst noch beweisen, indem wir konsequent verteidigen und effektiv vor dem Tor sind. Ein einfaches Spiel wird es sicherlich nicht“, warnt Verteidigerin Janina Hechler davor, den kommenden Gegner zu unterschätzen. „Sie werden kompakt agieren und kämpferisch stark sein. Gerade zu Hause haben sie sich bisher gut präsentiert. Doch wir werden als Team zusammen alles dafür geben, mit Spaß und Leidenschaft die drei Punkte nach Hause holen.“ Trainer Niko Arnautis sieht den Schlüssel zum Erfolg so: „Aggressiv sein und intensiv mit und gegen den Ball zu spielen. Wir wollen wieder unseren offensiven Fußball zeigen und haben das klare Ziel, das Spiel zu gewinnen.“ Fehlen werden dem Team am Sonntag die Langzeitverletzten Virginia Kirchberger, Camilla Küver, Tanja Pawollek, Géraldine Reuteler und Lea Schneider. Shekiera Martinez konnte nach ihrer Operation am Knie weitere Fortschritte im Mannschaftstraining machen. Ob sie in Bremen dabei sein kann, entscheidet sich noch.

Michael Rappe

Derweil hat die Eintracht zwei weitere Leistungsträgerinnen gebunden. Die österreichische Nationalspielerin Laura Feiersinger (28) verlängerte ihren Vertrag beim DFB-Pokalfinalisten um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2024.  „Nach der Vertragsverlängerung mit Laura Freigang ist die Fortführung der Zusammenarbeit mit Laura Feiersinger ein weiterer wichtiger Mosaikstein für die Zukunftsplanungen rund um unser Bundesliga-Frauenteam“, sagte Sportdirektor Siegfried Dietrich über die Vize-Kapitänin. Nationalstürmerin Freigang hatte im Oktober vorzeitig bis 2025 verlängert. Auch Abwehrspielerin Verena Hanshaw (27) bleibt in Frankfurt. Die österreichische Nationalspielerin verlängerte ihren Vertrag beim DFB-Pokal-Finalisten um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2024. „Verena hat sich in den vergangenen Jahren unheimlich in ihrer Persönlichkeit weiterentwickelt und ist sowohl auf als auch neben dem Platz, sportlich wie auch menschlich, extrem wichtig für die Eintracht“, sagte Niko Arnautis über Hanshaw.

sid

SC Freiburg

Für den SC Freiburg ist das Heimspiel gegen den 1. FC Köln die Liga-Premiere im Dreisam-Stadion, nachdem schon das Pokal-Achtelfinale gegen Wolfsburg dort stattgefunden hat. Ab sofort werden alle Begegnungen dort ausgetragen. Nach drei Siegen in Folge können die SC-Frauen mit breiter Brust in das Flutlichtspiel gehen. Drei Siege in Folge ohne Gegentor – der Trend zeigt klar nach oben. „Mit dem Ergebnis und der kämpferischen Leistung war ich sehr zufrieden, aber es gibt auch Dinge, die wir verbessern können“, blickte Trainer Daniel Kraus zurück.

Eine besondere Partie war es für Lisa Kolb und Anne Rotzinger. Kolb wechselte im Sommer aus Österreich in den Breisgau und fiel zunächst lange Zeit angeschlagen aus. Gegen Essen feierte die Stürmerin ihr Bundesliga-Debüt. Über dieses durfte sich auch Anne Rotzinger freuen, die bislang bei den U20-Juniorinnen zum Einsatz gekommen war. „An Lisa werden wir noch viel Freude haben. Es ist schön, dass sie jetzt ihre ersten Minuten sammeln konnte“, so Daniel Kraus. „Und Anne steht für unseren Weg, junge Spielerinnen auszubilden. Ihr Einsatz war die Anerkennung für gute Trainingsleistungen.“ Auch Rebecca Knaak wird das Spiel in Essen länger im Gedächtnis bleiben: Für die Abwehrspielerin war es das 100. Pflichtspiel im Freiburger Trikot. 

Gegen den 1. FC Köln müssen die SC-Frauen erneut ihr ganzes Können beweisenl. „Köln ist nicht der klassische Aufsteiger. Nach dem unglücklichen Abstieg haben sie sich mit erfahrenen Spielerinnen verstärkt. Köln spielt einen intensiven Fußball und hat gute Individualspielerinnen, die Situationen entscheiden können. Es wird um Leidenschaft, Kampf und Ruhe gehen, weil Köln uns unter Druck setzen wird. Wenn wir eine gute Balance finden, können wir das Spiel siegreich gestalten“, meinte Daniel Kraus, der weiterhin auf Lina Bürger (Knieverletzung), Jobina Lahr (Knieverletzung) und die rot-gesperrte Hasret Kayikci verzichten muss. Neu auf der Verletztenliste steht Giovanna Hoffmann (Knieverletzung). 

1. FC Köln

Für den 1. FC Köln gab es in Freiburg noch keinen Blumentopf zu gewinnen. 1:6, 0:6 und 1:6 lauteten die Ergebnisse der letzten drei Spiele im Breisgau.

Michael Rappe

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