30. April 2022

Und sie sind doch schlagbar

Das Wunder von Wolfsburg ist zwar nicht passiert, doch der VfL Wolfsburg verabschiedete sich erhobenen Hauptes aus der Champions League. Mit 2:0 brachte das Team von Trainer Tommy Stroot den „Unschlagbaren“ des FC Barcelona die erste Niederlage seit 45 Pflichtspielen bei. Zuletzt hatte Atletico Madrid im Juni 2021 gegen das Ausnahmeteam aus Katalonien gewonnen. Durch das 5:1 im Hinspiel hat Barca dennoch das Endspiel am 21. Mai in Turin erreicht.


Champions League, Halbfinal-Rückspiel: VfL Wolfsburg – FC Barcelona 2:0 (0:0)

Wolfsburg: Schult – Wilms (85. Bremer), Hendrich, Janssen, Rauch – Lattwein – Jonsdottir, Roord (62. Popp), Huth, Waßmuth – Pajor. Trainer: Stroot

Barcelona: Panos – Torrejon, Paredes, Leon, Rolfö (66. Ouahabi) – Bonmati (84. Engen), Patri, Alexia – Hansen (84. Pina), Hermoso (59. Oshoala), Crnogorcevic (59. Caldentey)

Tore: 1:0 Waßmuth (47.), 2:0 Roord (59.) 

Gelbe Karten: Lattwein, Huth, Rauch / Hermoso

Schiedsrichterin: Foster (Wales)

Zuschauende: 22.057 in der Volkswagen Arena


Der Sieg vor der Rekordkulisse von 22.057 Zuschauern in der Volkswagen Arena war aufgrund der zweiten Halbzeit verdient. Die erste Spielhälfte war ziemlich ausgeglichen, allzu viele Torchancen gab es nicht. Wolfsburg war vor allem darauf bedacht, die Spanierinnen nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Die Gastgeberinnen standen viel kompakter als im Hinspiel, und das zeigte beim hohen Favoriten durchaus Wirkung.

Foto: VfL Wolfsburg

In der zweiten Halbzeit wurde es noch besser, erst recht nach der 1:0-Führung. Tabea Waßmuth traf aus 18 Metern zu ihrem zehnten (!) Champions-League-Tor in dieser Saison. Und nach einer Stunde stand es gar 2:0. Jill Roord stürmte aus dem Mittelfeld nach vorne, wie ein Strich flog ihr 25-Meter-Schuss ins linke untere Eck. Die Wolfsburgerinnen boten eine enorme Laufleistung, kämpften um jeden Ball und standen den Barca-Spielerinnen förmlich auf den Füßen. Diese kamen überhaupt nicht mehr zu ihrem Kombinationsspiel. Was wäre wohl gewesen, wenn Svenja Huth ihre große Chance zum 3:0 in der 82. Minute genutzt hätte?

Die fehlenden zwei Tore für die Verlängerung fielen nicht mehr, aber die Wölfinnen wurden zurecht von den Zuschauern gefeiert. Das Champions-League-Finale ist zwar verpasst, aber in Meisterschaft und Pokal können noch zwei Titel folgen. Und das in einer Saison des Umbruchs.

Stimmen zum Spiel:

Trainer Tommy Stroot: Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und hatten mehr Zugriff. Schade, dass das 3:0 nicht fällt, da hätte ich gerne gesehen, was hier noch passiert. Wir haben heute gesehen, was möglich ist, wenn wir an uns glauben.

Torhüterin Almuth Schult: Wir haben heute unser wahres Gesicht zeigen können. Wir sind besser reingekommen als im Hinspiel, sie mussten viel mehr verteidigen als gewohnt. Den Zuschauern konnten wir ein gutes Spiel zeigen, und ich hoffe, dass sie wiederkommen und honorieren, was in den letzten zehn Jahren hier in Wolfsburg passiert.

Torschützin Tabea Waßmuth: Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Es war nicht selbstverständlich, nach dem Hinspiel so zurück zu kommen. Wir konnten die Räume viel besser schließen und hatten sogar noch Chancen auf das eine oder andere Tor mehr.

Michael Rappe

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