8. Juli 2022

Tempo, tolle Tore und Popps EM-Premiere

Mit einer beeindruckenden Vorstellung hat die deutsche Mannschaft zum Auftakt der EM-Gruppe B das Team aus Dänemark mit 4:0 (1:0) geschlagen und die Führung in der Gruppe vor Spanien (4:1 gegen Finnland) übernommen.

Nach zwei Lattentreffern von Felicitas Rauch war das 1:0 von Lina Magull die Initialzündung. Es war ein Tor des Willens, wie sie den Ball per Pressschlag erkämpfte und dann in den rechten Torwinkel nagelte. In einer ungemein temporeichen Partie konnten die Däninnen zu Beginn noch mithalten, doch mit zunehmender Spieldauer vermochten sie dem enormen Druck der deutschen Elf nicht mehr Stand zu halten. Besonders effektiv war das Gegenpressing, die DFB-Frauen ließen Dänemark keine Luft zum Atmen. Die Führung zur Pause hätte höher ausfallen können.

Nach dem Seitenwechsel machte Deutschland genau da weiter, wo es aufgehört hatte. Und dann fielen auch die Tore. Lea Schüller köpfte eine Ecke ein, die eingewechselte Lena Lattwein legte sich den Ball technisch brillant vor und jagte ihn ins kurze Eck, und dann markierte ausgerechnet Alexandra Popp per Flugkopfball den Endstand.

Per Flugkopfball trifft Alexandra Popp im allerersten EM-Spiel ihrer Karriere zum 4:0. Foto: imago/Sportimage

„Wir waren unheimlich dominant, es war ein überragendes Spiel von uns“, sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg, die ebenso wie die Spielerinnen das Strahlen gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam. Ein fulminanter Auftakt, der für Erleichterung und Selbstvertrauen sorgt. Am Dienstag geht es wiederum in Brentford gegen Spanien.

Michael Rappe

Das Spiel in Zahlen

Stand in der EM-Gruppe B

Popps Märchen

Was ist das für eine Geschichte! Wegen Verletzungen hatte Alexandra Popp die Europameisterschaften 2013 und 2017 verpasst. Und auch diesmal sah es nach einem Knorpelschaden und einer Corona-Erkrankung mitten in der Vorbereitung nicht gut aus. Doch dann gab Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg der Wolfsburgerin die Chance und wechselte sie in der 61. Minute des Auftaktspieles gegen Dänemark ein. Ein Traum wurde wahr. „Ich möchte unbedingt noch eine EM spielen“, hatte sie im August 2021 im großen „FiDo“-Interview gesagt. Und dann kam jene 86. Spielminute. Jule Brand bediente Sydney Lohmann, die von links nach innen flankte, wo Popp per Flugkopfball zum 4:0 verwandelte. Ihre Reaktion: Ungläubigkeit, Emotionen. Die Reaktion der Bundestrainerin: Sie schlug die Hände vors Gesicht. Irgendwie märchenhaft, fast zu schön, um wahr zu sein. Und von den Rängen in Brentford schallt es „Oh, wie ist das schön.“ Was für ein Auftakt!

Michael Rappe

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