12. Juli 2022

Gruppensieg! Klara Bühl nutzt Geschenk, dann trifft wieder Alex Popp

Die Serie hielt! Mit einem 2:0 (2:0) gegen Spanien hat Deutschland vor rund 16.000 Zuschauern in Brentford vorzeitig das Viertelfinale der EM in England erreicht. Auch im siebten Aufeinandertreffen mit Spanien blieb Deutschland ungeschlagen. Vor allem kämpferisch überzeugten die deutschen Frauen und siegten trotz nur 34 Prozent Ballbesitz verdient, denn den Spanierinnen fiel offensiv doch herzlich wenig ein. Eine Glanzparade musste Torfrau Merle Frohms zeigen, die restlichen Angriffsbemühungen des EM-Favoriten wurden meist schon vorher im Keim erstickt. Die Innenverteidigung war bärenstark, Marina Hegering wurde zur Spielerin des Spiels gekürt.

Ein Geschenk von Torfrau Sandra Panos führte zum schnell 1:0. Klara Bühl roch den Braten, fing den völlig missratenen Abschlag der spanischen Torfrau ab und traf mit einem Linksschuss ins lange Eck. Danach agierte Spanien für einige Zeit dominant, doch effizient war das noch lange nicht. Lucia Garcia vergab die beste Chance (10.). Nach einer Ecke von Felicitas Rauch köpfte Alex Popp das viel umjubelte 2:0. Sie war für die an Covid-19 erkrankte Lea Schüller in die Anfangsformation gerückt und erzielte damit bereits ihren zweiten EM-Treffer.

In der 58. Minute wurde Alex Popp 35 Meter vor dem spanischen Tor klar am Trikot gehalten, doch der VAR schlief offenbar gerade den Schlaf der Gerechten. Er griff nicht ein, obwohl es eine klare Rote Karte für Irene Paredes hätte sein müssen. Die Spanierinnen bemühten sich weiter um den Anschluss, aber irgendwie hatte man nicht das Gefühl, dass sie noch ein Tor machen würden. Und so blieb es beim 2:0. Felicitas Rauch und Lena Oberdorf werden nach ihren zweiten Gelben Karten gegen Finnland fehlen.

Klara Bühl jubelt über das Tor zum 1:0. Foto: Imago/Eibner

Michael Rappe

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Kommentar: Nun ist alles möglich

Wer hätte das gedacht! Deutschland schlägt den EM-Favoriten Spanien mit 2:0 und steht nach nur zwei Partien als Gruppensieger fest. Das letzte Gruppenspiel am Samstag gegen Finnland (21 Uhr) hat keine entscheidende Bedeutung mehr. Damit geht das Team von Martina Voss-Tecklenburg einem Duell mit England aus dem Weg und wird im Viertelfinale auf Österreich oder Norwegen treffen.

Wer die gelöste Bundestrainerin und die Spielerinnen nach dem Schlusspfiff erlebte, der konnte ahnen, dass hier eine eingeschworene Gemeinschaft entstanden ist. Höchst bemerkenswert ist vor allem der Kampfgeist, dieses für den Gegner so nervige Gegenpressing. Gepaart mit spielerischen Elementen und exzellenten Einzelaktionen könnte dies die Mischung für den ganz großen Erfolg sein. Die Mannschaft setzt die Vorgaben der Bundestrainerin hervorragend um und geht mit viel Spaß an der Sache zu Werke. Bei Auswechslungen kommt noch ganz viel Qualität von der Bank. Ein Titelgewinn ist nicht mehr auszuschließen, auch wenn Gastgeber England nach seiner 8:0-Gala gegen Norwegen nur schwer zu bezwingen zu sein dürfte.

Michael Rappe

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