24. Juni 2022

Der große Tag der Klara Bühl

Der letzte Test vor der Frauen-EM in England brachte der deutschen Nationalmannschaft den erhofften Schub. Mit 7:0 (2:0) bezwang das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg die Schweiz vor knapp 6000 Zuschauenden im Steigerwaldstadion zu Erfurt überraschend deutlich. Es war fast 90 Minuten ein Spiel auf ein Tor, die Schweizerinnen präsentierten sich offensiv derart harmlos, dass Torhüterin Merle Frohms kaum einen Ball halten musste. Hinzu kamen bei den Eidgenossinnen eklatante Fehler von Torhüterin Gaelle Thalmann. Überragende Akteurin war die Münchnerin Klara Bühl, die drei Treffer erzielte und eines vorbereitete. Sie stellte unter Beweis, dass Deutschland auch ohne Tore von Lea Schüller ein Spiel hoch gewinnen kann.

Das Spiel in Zahlen

Der Kommentar:

Die Generalprobe ist gelungen. Das 7:0 sollte den deutschen Spielerinnen Auftrieb geben. Mit so einem Ergebnis startet jeder gerne in ein großes Turnier. Das Selbstvertrauen stimmt. Und doch birgt dieses Ergebnis Gefahren. Die Leistung war zweifellos gut, spielerisch vor allem sehenswert. Aber es bleiben auch Fragezeichen. Wie stabil ist die deutsche Defensive wirklich? Halten Kathrin Hendrich und vor allem Marina Hegering die Abwehr auch zusammen, wenn da eine Pernille Harder (Dänemark) oder eine Jennifer Hermoso (Spanien) wirbelt? Und bekommt die deutsche Mannschaft auch gegen die ersten beiden Gruppengegner so viele Torchancen? All das wird sich am 8. Juli im ersten Gruppenspiel gegen die Däninnen zeigen. Jenes Dänemark, gegen das die DFB-Elf 2017 bei der letzten EM im Viertelfinale mit 1:2 ausschied. Das nördliche Nachbarland wurde dann Vize-Europameister. Über die aktuelle Form Dänemarks ist (noch) zu wenig bekannt. Das Team testet aber noch zweimal bis zum EM-Auftakt. Zeit zum Beobachten, Zeit aber auch, dieses 7:0 von Erfurt richtig einzuschätzen.

Michael Rappe

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