14. November 2022

Nach Doppelschlag 1:2 gegen die USA

Lange Zeit sah es nach einem tollen Finale des Länderspieljahres 2022 aus, doch dann verloren die DFB-Frauen noch mit 1:2 gegen Weltmeister USA. Jule Brand brachte das deutsche Team nach 18 Minuten in Führung, die zur Pause durchaus verdient war, denn das Team von Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zeigte eine hervorragende erste halbe Stunde. Doch ein Doppelschlag durch Sophia Smith und Mallory Pugh (54. und 56. Minute) brachte den US-Amerikanerinnen vor 26.317 Zuschauenden in der Red Bull Arena zu Harrison/New Jersey noch den Sieg. Gleichwohl dürfte dieses Spiel genügend Erkenntnisse für die Zukunft gebracht haben.

Sieben Wechsel nahm Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg im Vergleich zum ersten Spiel am Freitag vor. Ann-Kathrin Berger ersetzte Merle Frohms im Tor, lediglich Sjoeke Nüsken, Sophia Kleinherne, Lena Lattwein und Alexandra Popp blieben in der Startformation. Nicole Anyomi, Kathrin Hendrich, Lena Oberdorf, Linda Dallmann, Svenja Huth und Jule Brand kamen neben Berger neu ins Team.

Es war beeindruckend, mit welcher Dominanz die deutsche Elf ins Spiel ging. Man hatte nicht den Eindruck, dass die USA ein Heimspiel haben. Es war wieder eine schnelle und physische Partie, in der Sophia Kleinherne nach 15 Minuten die Gelbe Karte sah. Kurz darauf hatte Linda Dallmann eine erste Torchance, eine Minute später war es soweit. Einen tollen Pass von Lena Lattwein nahm Svenja Huth auf dem rechten Flügel auf, flankte nach innen und über Kleinherne kam der Ball zur Wolfsburgerin Jule Brand, die flach einschoss.

Die Wolfsburgerin Jule Brand erzielte die 1:0-Führung gegen die USA.
Foto: Thomas Boecker/DFB

Die deutsche Elf blieb überlegen, die Gastgeberinnen wurden allenfalls durch die schnelle Pugh gefährlich. Nach 33 Minuten musste Lena Oberdorf mit einer Schulterverletzung weichen und wurde zum Röntgen ins Krankenhaus gefahren. Für die Wolfsburgerin kam Chantal Hagel. Die starke Lena Lattwein setzte einen Schlenzer links am Tor vorbei. Alex Morgan, die ihr 200. Länderspiel bestritt, hatte mit einem Drehschuss kurz vor dem Halbzeitpfiff die einzige Torchance für die Gastgeberinnen, kurz darauf rettete Kathrin Hendrich wiederum gegen Morgan zur Ecke. Die USA waren im Abschluss erstaunlich ungefährlich.

Zur zweiten Halbzeit kamen Lina Magull für Lena Lattwein und Almuth Schult für Berger. Und Magull hatte die hundertprozentige Chance zum 2:0, nahm aber einen Pass von Dallmann frei vor der Torhüterin ganz schlecht an. Magull spielte auch in der Folge äußerst unglücklich, leistete sich Ballverluste und Fehlpässe. Auch Linda Dallmann hatte keinen guten Tag, so dass die Stürmerinnen weitgehend in der Luft hingen. Alexandra Popp bekam nur wenige Flanken.


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Durch fehlende Konsequenz in der deutschen Abwehr landeten die US-Amerikanerinnen einen Doppelschlag. Erst wurde Smith nicht konsequent verteidigt, dann agierten Kathrin Hendrich und Nicole Anyomi viel zu zögerlich und ermöglichten Pugh das 2:1. Pugh sorgte auch weiterhin für größte Gefahr, Sjoeke Nüsken leistete sich einen Patzer nach dem anderen. Almuth Schult musste gegen Pugh glänzend retten, um das 3:1 zu verhindern. Zwei Schüsse von Chantal Hagel waren die einzigen Abschlüsse der deutschen Elf in der Schlussphase.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zum Spiel:

„Wir sind sehr gut gestartet, waren sehr präsent und hatten in den ersten 30 Minuten ein sehr gutes Niveau. Einen kleinen Bruch gab es nach der Verletzung von Lena Oberdorf. In der zweiten Halbzeit hatten wir ein, zwei Fehler im Spielaufbau, das hat die USA mit ihrer herausragenden Qualität ausgenutzt. Wir sind sehr froh, dass wir diese beiden Spiele machen konnten. Für die Spielerinnen, die nicht so häufig auf diesem Topniveau spielen, sind diese Spiele sehr wichtig. Gerade Sjoeke Nüsken und Nicole Anyomi wollten wir in diesen Spielen bringen – mit der entsprechenden Fehlertoleranz. Ich habe Ann-Kathrin Bergers Lächeln bei der Nationalhymne gesehen und mich sehr gefreut für sie.“

Michael Rappe

Das Spiel in Zahlen

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