11. November 2022

Nach 16 Jahren: Deutschland schlägt Weltmeister USA 2:1

In Deutschland war es mitten in der Nacht, kurz vor drei Uhr, als der historische Sieg feststand. Mit 2:1 (0:0) haben die DFB-Frauen in Fort Lauderdale den Weltmeister USA geschlagen. Es war der erste Sieg seit 16 Jahren (4:3 im Elfmeterschießen), nach regulärer Spielzeit sogar nach 19 Jahren, seit dem 3:0-WM-Halbfinalsieg 2003.

In einer in der zweiten Halbzeit hochklassigen Partie mit höchstem Tempo ging die deutsche Mannschaft vor 16.917 Zuschauenden durch ein unglückliches Eigentor von US-Torhüterin Casey Murphy in Führung. Nach einem Schuss von Klara Bühl sprang der Ball vom Pfosten an den Rücken der Schlussfrau. Direkt zuvor hatte Lindsay Horan mit einem spektakulären Fallrückzieher den Pfosten getroffen. Superstar Megan Rapinoe erzielte den Ausgleich (86.), doch die überragende Paulina Krumbiegel erzielt in der 90. Minute den Siegtreffer. Für die USA endete eine sensationelle Serie mit 71 Heimspielen ohne Niederlage.

Nach starken ersten zehn Minuten verlor die deutsche Elf ihre Linie. Nach vorne gelang durch schlechtes Passspiel fast gar nichts. Das 0:0 zur Pause war glücklich. Merle Frohms hielt mehrmals glänzend, einmal rettete die Unterkante der Latte.


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In der zweiten Halbzeit kam Paulina Krumbiegel von der TSG Hoffenheim für Maxi Rall und sorgte für viel Schwung auf dem rechten Flügel. Auch ihre Hoffenheimer Teamkollegin Chantal Hagel, für Alexandra Popp gekommen, gefiel mit einem mutigen Auftritt, sie hatte mit zwei Schüssen knapp übers Tor kein Glück. Die US-Amerikanerinnen waren sichtlich beeindruckt und kamen kaum noch zu Torchancen. Laut wurde es im Stadion, als Superstar Megan Rapinoe eingewechselt wurde. Und die 37-Jährige war es auch, die den Ausgleich erzielte. Sie traf nach einem kapitalen Fehler von Sara Doorsoun. Doch die deutsche Elf schlug zurück. Jule Brand stürmte auf dem linken Flügel unaufhaltsam davon und bediente Krumbiegel mustergültig. Sie schoss den Ball völlig freistehend unter die Latte.

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg und Lena Oberdorf beim Training am Strand von Fort Lauderdale.
Foto: Thomas Boecker/DFB

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg zum Spiel:

„Die ersten zehn Minuten waren sehr gut. Dann haben wir Fehler gemacht, defensiv wie offensiv. Wir hatten kein gutes Passspiel in der Offensive. Das 0:0 zur Halbzeit war das Beste am Spiel. Wir haben der Mannschaft gesagt, dass sie ruhiger spielen muss. In der zweiten Halbzeit haben wir es taktisch besser gemacht. Wir standen etwas tiefer und haben es gerade auf der Außenbahn besser gelöst. Dadurch haben wir die USA zu Fehlern gezwungen. Wir haben viele „learnings“ gehabt. Das 1:0 ist aus unserem starken Umschaltspiel entstanden. Danach haben wir es richtig gut gemacht. Auf das 1:1 haben wir eine gute Reaktion gezeigt.  Pauli Krumbiegel hat es in beide Richtung sehr gut gemacht. Es freut mich, dass sie sich heute viel zugetraut hat. Sie ist im Verein sehr gut aufgebaut worden.

Michael Rappe

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