24. Juli 2022

Kein Zwiegespräch mit dem Oberschenkel

Lina Magull hat mit zwei Toren nicht nur maßgeblich mitgeholfen, dass Deutschland im EM-Halbfinale steht. Die Mittelfeld-Regisseurin von Bayern München sorgt mit ihrem Humor auch stets für gute Stimmung. So auch bei der DFB-Pressekonferenz heute Nachmittag, an der außer ihr noch Sara Däbritz teilnahm. Auf die Frage eines Journalisten, wie es denn ihrem Oberschenkel ginge, meinte Magull: „Ich frage ihn gar nicht mehr so viel“, und grinste. Um dann etwas ernster mitzuteilen, dass es dank guter Physio immer besser würde. „Dem Oberschenkel geht es gut.“ Einem Einsatz am Mittwoch gegen Frankreich scheint also nichts im Wege zu stehen.

Lina Magull nach dem 1:0 im Viertelfinale gegen Österreich. Foto: Imago/Michaela Merk

Die ganze Mannschaft hatte das schwer erkämpfte 1:0 der Französinnen gegen die Niederlande natürlich verfolgt. „Dass sie 120 Minuten spielen mussten, wird glaube ich nicht so ausschlaggebend sein. Für die ist das Halbfinale etwas Historisches. Trotzdem tut es uns gut, zwei Tage mehr Zeit zu haben – für Kopf und Beine“, so Magull. Den freien Tag am Samstag hätten viele unterschiedlich verbracht, berichtete Sara Däbritz. Zum Gegner Frankreich sagte die von Paris nach Lyon wechselnde offensive Mittelfeldspielerin: „Sie sind spielstark, und es geht bei Balleroberungen schnell nach vorne. Viele Spielerinnen sind von Paris und Lyon, Wendy Renard ist eine absolute Führungsspielerin. Sie müssen wir bei Standards kontrollieren. Wir werden auf jeden Fall 1000 Prozent geben.“

Wie Lina Magull sieht auch Sara Däbritz unter den vier Halbfinalisten England, Schweden, Deutschland und Frankreich keinen klaren Favoriten. „Alle haben große Qualitäten“, so Däbritz. Beide waren sich auch bei der Beurteilung der Bedeutung von Alexandra Popp einig. „Sie geht immer voran, ihre Mentalität und ihr Willen gibt uns unheimlich viel“, sagte Däbritz. Und Lina Magull ergänzte: „Sie ist sehr, sehr wichtig für uns, als Kapitänin und als Persönlichkeit. Sie lebt das vor, und wir ziehen nach.“

Wenn die bisher in jedem Spiel erfolgreiche Wolfsburgerin auch am Mittwoch (21 Uhr) in Milton Keynes trifft, stehen die Chancen gut, dass Deutschland ins EM-Finale einzieht. Doch wie sagte Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe.“

Michael Rappe

Das EM-Halbfinale

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