19. April 2022

Im Pokal weiter das Maß aller Dinge

Die schier unglaubliche Erfolgsserie des VfL Wolfsburg im DFB-Pokal geht weiter. Mit einem verdienten 3:1 (1:0)-Erfolg bei Bayern München zogen die Wolfsburgerinnen zum achten Mal in Folge – zum neunten Mal insgesamt – ins DFB-Pokalfinale ein. Seit November 2013 ist der VfL im nationalen Pokalwettbewerb ungeschlagen.


Bayern München – VfL Wolfsburg 1:3 (0:1)
Bayern München:
Leitzig – Glas (69. Gwinn), Wenninger, Kumagai, Viggosdottir (76. Simon) – Magull (76. Asseyi), Zadrazil, Lohmann (46. Dallmann) – Beerensteyn, Damnjanovic (69. Schüller), Bühl. Trainer: Reisacher (Vertreter von Jens Scheuer)

VfL Wolfsburg: Schult – Wilms, Hendrich, Janssen, Rauch – Oberdorf (18. Popp), Lattwein – Huth, Roord, Jonsdottir (90. Bremer) – Pajor (62. Waßmuth). Trainer: Stroot

Tore: 0:1 Roord (19.), 1:1 Damnjanovic (50./Foulelfmeter), 1:2 Roord (61.), 1:3 Waßmuth (80.)

Schiedsrichterin: Michel (Gau-Odernheim)

Gelbe Karten: – / Janssen (1), Rauch (1)

Zuschauer: 2.332


Bei Bayern fiel Trainer Jens Scheuer kurzfristig wegen eines positiven Corona-Testes aus. Überraschend standen mit Maxi Rall und Lea Schüller die bisher besten Schützinnen dieser Saison nicht in der Anfangsformation, auch Giulia Gwinn und Linda Dallmann saßen auf der Bank. Entsprechend offensivschwach agierten die Münchnerinnen in der ersten Halbzeit. Den ersten Torschuss gab Klara Bühl in der 30. (!) Minute ab. Wolfsburg dagegen, das Tabea Waßmuth zunächst auch auf der Bank ließ, war klar überlegen und ließ sich auch von einer Verletzung Lena Oberdorfs nach nur 18 Minuten nicht schocken. Jill Roord markierte in der 19. Minute nach Vorlage von Lena Lattwein mit einem Flachschuss aus 18 Metern, bei dem sie viel zu spät angegriffen wurde, die verdiente Führung. Bayern wackelte immer wieder in der Abwehr, Torfrau Janina Leitzig strahlte keinerlei Sicherheit aus. Erst in den zehn Minuten vor der Pause wurden die Bayern-Frauen besser, Alexandra Popp musste vor Jovana Damnjanovic retten, ein Kopfball von Vigosdottir verfehlte den Kasten von Almuth Schult.

Der Beginn der zweiten Halbzeit gehörte den Münchnerinnen. Lineth Beerensteyn verfehlte den Ausgleich mit der Hacke. Dann foulte Wolfsburgs Innenverteidigerin Dominique Janssen die Serbin Damnjanovic, die Gefoulte traf selbst zum Ausgleich. Kurz Darauf musste Schult einen Kopfball von Kumagai entschärfen. Zu dem Zeitpunkt überraschend ging Wolfsburg erneut in Führung. Mitten in der Drangperiode fabrizierte Kumagai nach einer Flanke von Svenja Huth einen kapitalen Abwehrfehler, so dass erneut Roord treffen konnte. Wolfsburg übernahm wieder das Kommando, bei Bayern brachte auch die Hereinnahme von Schüller nichts mehr. Per Flugkopfball hätte Roord fast noch ihren dritten Treffer erzielt (74.), dann traf die eingewechselte Tabea Waßmuth mit einem herrlichen Linksschuss nach Doppelpass mit Svenja Huth zum 3:1. Die Ex-Hoffenheimerin knallte den Ball an den rechten Innenpfosten, von dort sprang er ins Tor.

Stimmen zum Spiel:

Bayern-Trainer Jerome Reisacher: „Natürlich fällt es mir, der Mannschaft und allen Beteiligten gerade schwer. Es ist bitter, dass wir uns für den betriebenen Aufwand nicht belohnt haben. Nach dem Ausgleich waren wir am Drücker, aber erzielen das Tor nicht. Nach einem Fehler von uns macht es Wolfsburg dann gut und trifft zum 1:2, dann ist es natürlich schwierig.“

Trainer Tommy Stroot: „Ich bin extrem stolz auf die Gruppe. Sie verdient diese Spiele wie in Köln und wie in Camp Nou. Wir sind auf der mentalen Ebene total stark, das macht die Mannschaft aus, das Verlangen nach sportlichen Erfolg und das Verlangen, auch alles dafür zu tun. Nach dem 1:1 gab es durchaus die Möglichkeit für Bayern, in Führung zu gehen. Tabea hat sich super eingeführt und mit voller Überzeugung das Tor gemacht.“

Svenja Huth: „Wir sind überglücklich, dass wir 3:1 gewonnen haben und vor allem mit der Art und Weise. Es war ein sehr souveräner und erwachsener Auftritt. Die Mannschaft hat heute ihre unglaubliche Mentalität bewiesen und wie wir mit Rückschlägen umgehen. Natürlich war die Verletzung von Obi ein Rückschlag, aber so etwas wirft uns nicht zurück. Das ist eine unserer Stärken. Die Vorfreude auf Köln ist schon da.“

Michael Rappe

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