21. Mai 2021

Generalprobe fürs Pokalfinale

1. Bundesliga – Vor dem vorletzten Spieltag der Bundesliga sind noch drei Fragen offen. Wer wird deutscher Meister: Bayern oder Wolfsburg? Wer belegt den dritten Champions League-Platz: Hoffenheim oder Potsdam? Und wer steigt neben dem MSV Duisburg ab: Sand oder Meppen? Alle Partien des 21. Spieltages finden zeitgleich am Pfingstsonntag um 13.30 Uhr statt.

Im Titelrennen haben beide Kandidaten durchaus schwierige Aufgaben vor sich. Spitzenreiter Bayern München muss zu Bayer Leverkusen. Die Münchnerinnen, die Saki Kumagai, die 30-jährige Kapitänin der japanischen Nationalmannschaft, für die neue Saison verpflichtet haben, würden mit einem Sieg einen weiteren Schritt zum deutschen Meistertitel tun. Sie haben zwei Punkte Vorsprung vor Titelverteidiger VfL Wolfsburg und die deutlich bessere Tordifferenz (74:9 gegenüber 60:15). Im Hinspiel hatten die Münchnerinnen beim 1:0 einige Mühe. Bei Bayer gibt es nach der österreichischen Nationalspielerin Viktoria Pinther zwei weitere Abgänge zu verzeichnen. Isabel Kerschowski kehrt zu Turbine Potsdam  zurück, die Ungarin Henrietta Csiszár sucht eine neue Herausforderung im Ausland.

Vielleicht noch ein Tick schwieriger ist die Aufgabe der Wolfsburgerinnen in Frankfurt. Die Partie bei der Eintracht ist die Generalprobe für das DFB-Pokalfinale eine Woche später in Köln, wo beide Teams erneut aufeinander treffen. Der scheidende Trainer Stephan Lerch bezeichnet Frankfurt als „Wundertüte“. Er ist guter Dinge, dass sein Team die Restchance in der Meisterschaft wahrt. „Da gibt es kein Taktieren mit Blick auf das DFB-Pokalfinale“, sagte Lerch. Verzichten muss er auf seine Kapitänin Alexandra Popp, die nach gut verlaufener Knieoperation am Mittwoch gleich mehrere Monate fehlen wird. Karina Saevik hat sich Anfang der Woche dem norwegischen Klub Avaldsnes IL angeschlossen.

Beim 3:0 im Hinspiel gehörte Lena Oberdorf (rechts Sjoeke Nüsken) zu den Torschützinnen. Foto: imago

Eintracht-Trainer Niko Arnautis möchte mit seiner Mannschaft „an die Leistung in den vergangenen Wochen anknüpfen und Wolfsburg das Leben schwer machen. Für die Wölfinnen wie für Bayern geht es ja noch um den Titel, wir können das Zünglein an der Waage spielen.“ Frankfurt tritt am letzten Spieltag in München an.

Bei der TSG Hoffenheim haperte es zuletzt an der Effektivität. In drei der vier letzten Spiele schaffte die sonstige „Torfabrik“ keinen Treffer. Das soll nun im Baden-Derby gegen den SC Freiburg wieder anders werden, denn mit einem Sieg am Sonntag wäre die erstmalige Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation perfekt. Zwar liegt Turbine Potsdam lediglich drei Zähler zurück, doch Hoffenheim hat die um 24 Zähler bessere Tordifferenz. Auch ein Unentschieden würde gegen Freiburg reichen, falls Potsdam nicht in Bremen gewinnt.

Trainer Gabor Gallai denkt aber gar nicht so sehr an die Tabelle. Ihm geht es vor allem um das ersehnte Erfolgserlebnis. „Wir wollen uns endlich mal wieder für den Aufwand belohnen, den wir auch schon in den vergangenen Spielen betrieben haben“, sagte Gallai. Die vielen Pausen zwischen den letzten drei Spieltagen dieser Bundesligarunde missfallen dem Trainer sehr. Nach der Partie gegen Freiburg ist durch das Pokalfinale zwischen Frankfurt und Wolfsburg am 30. Mai schon wieder eine Unterbrechung, ehe es am 6. Juni zum Absteiger MSV Duisburg geht.

SC-Cheftrainer Daniel Kraus ist sich der Qualitäten des Teams aus Nordbaden bewusst: „Ich erwarte die TSG sehr aggressiv, für sie geht es noch um viel. Hoffenheim ist eine spielstarke Mannschaft, die über ein enormes Tempo verfügt und einen sehr attraktiven Fußball spielt.“

Werder Bremen hat den Klassenerhalt bereits geschafft und kann gelassen in die Partie gegen Turbine Potsdam gehen. Trainer Thomas Horsch, der erst im April das Amt übernommen hatte, hat seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert und kann sich nun bereits um die Kaderplanung für die neue Saison kümmern. Für die Potsdamerinnen geht es wie beschrieben um die letzte Chance auf Platz drei, nur drei Punkte helfen weiter. Turbine kann die Fahrt an die Weser mit dem nagelneuen Mannschaftsbus antreten, der am Donnerstag vom langjährigen Partner, der regiobus Potsdam Mittelmark GmbH, übergeben worden ist.

Es ist ein echtes Endspiel um den Klassenerhalt, wenn der Tabellenzehnte SV Meppen und der Elfte SC Sand aufeinandertreffen. Die Emsländerinnen haben es bei zwei Punkten Vorsprung selbst in der Hand. Ein Sieg würde dem Aufsteiger den Ligaverbleib bringen. Auch bei einem Unentschieden haben sie durch die um sechs Zähler besserer Tordifferenz die besseren Karten. Sand ist also zum Siegen verdammt. Die starken Leistungen zuletzt gegen Bremen (6:1) und in Hoffenheim (0:0) machen beim Klub aus der Ortenau jedoch Mut. „Zu diesem Spiel gibt es nicht viel zu sagen, das wird eine Partie werden, in der die Nerven und die Mentalität den Ausgang beeinflussen“, so SC-Trainer Alexander Fischinger. „Am Ende wird das Team gewinnen, das weniger Fehler macht und den Sieg mehr will.“

Können Viktoria Krug (rechts, im Zweikampf mit Sands Emily Evels) und der SV Meppen den Klassenerhalt perfekt machen? Foto: imago

Meppen musste die Hiobsbotschaft verkraften, dass  Torfrau Laura Sieger mit einem Kreuzbandriss längerfristig ausfällt. Sie wurde bereits am Mittwoch in Köln operiert.

In der Partie der SGS Essen gegen den MSV Duisburg geht es um nichts mehr. Duisburg steht als Absteiger fest, Essen kann im Erfolgsfall noch auf Rang sieben rücken, falls Freiburg in Hoffenheim verliert.

Michael Rappe

21. Spieltag, Sonntag, 23. Mai, 13.30 Uhr:
Bayer Leverkusen – Bayern München
Eintracht Frankfurt – VfL Wolfsburg
TSG Hoffenheim – SC Freiburg
Werder Bremen – Turbine Potsdam
SV Meppen – SC Sand
SGS Essen – MSV Duisburg

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