11. Oktober 2021

„Es wurden Jahre verpasst, weil man dem Erfolg vertraute, den man hatte. „

Tabea Kemme gab FiDo in der vergangenen Woche ein ausführliches Interview. Einige Passagen daraus veröffentlichen wir:

Heute zum Abschluss: Über den Stillstand im deutschen Frauenfußball

Tabea Kemme: „Mit Almuth Schult bin ich schon seit 2013 bei der Nationalmannschaft, als wir uns erstmals das Zimmer teilten, im regen Austausch. Wir kennen das System von innen als Athletinnen, wissen, wie die Bedingungen sind und wo es hingehen kann. Sie ist eine sehr meinungsstarke Frau mit Zwillingen, die auch um den gegenwärtigen Stillstand im Fußball in Deutschland weiß. Es wurden Jahre verpasst, weil man dem Erfolg vertraute, den man hatte. Dafür steht der DFB – der Erfolg war da –, aber er ist am nächsten Tag auch schon wieder vergänglich. Ich liebe es, international zu schauen, das hat auch Tokio gezeigt, zum Beispiel die Leichtathletik in Norwegen, die Strategiepläne für die Entwicklung von Athleten und Talenten über zehn Jahre hat. Es sind so viele Facetten: die Sportpsychologie, die frühkindliche psychiatrische Betreuung, die Ernährung. Unser Ernährungsstand ist gut, wenn man ganz oben steht. Aber es fängt halt von klein auf an, es muss im Nachwuchs einfach eine feste Komponente sein. Natürlich ist klar: Wir kommen aus einem Sport, der Männer dominiert ist. Gleichberechtigung und Gleichstellung ist ein großes Thema. Aber es nutzt mir nicht, es zu sagen. Es ist auch umzusetzen. Ich bin der Meinung, es sollte unabhängig des Geschlechts sein, denn es geht um die Qualität. Das sehe ich auch in meinem Studiengang, da sind 13 aus dem Männerbereich und drei Frauen, und wir ergänzen uns so gut. Es macht solchen Spaß, im Austausch zu sein. Aber das muss vom Kopf durchrieseln in die Struktur. Da haben wir aber das Problem, dass zwei Generationen aufeinander prasseln, von der eine die Entscheidungsfunktionen innehat, aber eher noch sensibilisiert werden muss.“


Jetzt verfügbar!

Das zehnte Online-Magazin von FiDo – Frauenfußball in Deutschland online vom 19. Oktober 2021 berichtet aktuell von den Vorbereitungen der deutschen Mannschaft auf die Länderspiele gegen Israel. Porträtiert wird die junge Nationalspielerin Tabea Waßmuth vom VfL Wolfsburg, „Elf Fragen“ stellen sich Svenja Grundl und Dagmar Specht vom Verein „mission equal“. Natürlich blicken wir auf die faustdicken Überraschungen am 6. Spieltag in der 1. Bundesliga zurück. Wie immer enthalten auch Berichte und Informationen aus der 2. Bundesliga und den drei B-Juniorinnen-Bundesligen.

Preis der Einzelausgabe:
2,50 Euro

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

RSS
Mail
Instagram
P