23. April 2022

#DieLiga – am Sonntag: Frankfurt sucht Anschluss an Platz 3, Sand braucht Erfolgserlebnis in Freiburg

Der Spieltag im Überblick

Eintracht Frankfurt: Platz drei in Reichweite

Punktgleich mit der TSG Hoffenheim, aber nach dem samstäglichen 2:1 von Turnine bei der TSG schon sechs hinter den Potsdamerinnen: Die Chancen auf Platz drei und die Qualifikation für die Champions League sind nur gut, wenn dem Team von Trainer Niko Arnautis ein Heimsieg gelingt. „Wir gehen mit großer Freude und Motivation in die letzten drei Spiele“, sagte er. Nationalverteidigerin Sophia Kleinherne drückt es so aus: „Für uns ist jetzt jedes Spiel ein K.-o.-Spiel, dessen sind wir uns bewusst und deshalb ist es unser ganz klares Ziel, aus den verbleibenden drei Spielen die maximale Punkteausbeute mitzunehmen.“ Drück verspüre das Team dabei nicht. „Diese Ausgangslage beflügelt uns, wir stehen zusammen und können über uns hinauswachsen“, meinte Kleinherne. Verzichten muss das Team gegen Leverkusen neben den Langzeitverletzten weiterhin auf Anna Aehling. Ob Letícia Santos, die sich bei der brasilianischen Nationalmannschaft eine Innenbandverletzung zugezogen hat, auflaufen kann, steht noch nicht fest.

Bayer Leverkusen: Als Mannschaft kompakt stehen

Der Trend zeigt bei Bayer Leverkusen deutlich nach unten. Noch immer ist das Team von Achim Feifel im Jahr 2022 sieglos, hinzu kommt das unglückliche Aus im Pokal-Halbfinale nach Elfmeterschießen. Doch die Aufgabe bei Eintracht Frankfurt ist sehr schwierig, kämpfen die Hessinnen auf Platz fünf doch noch um die Champions-League-Qualifikation. Entscheidend wird vor allem sein, wie die Mannschaft am Sonntag auftreten wird, so Feifel: „Wir brauchen dieselbe Mentalität, die uns auch im Pokal ausgezeichnet hat – dann sind wir schwer zu schlagen.“
Im Vergleich zum Pokalspiel muss der Fußballlehrer personell deutlich umplanen. Aufgrund von Corona-Infektionen fallen neben Mittelfeldspielerin Kristin Kögel gleich drei Innenverteidigerinnen aus: Ann-Kathrin Vinken, Nina Brüggemann und Melissa Friedrich. Lilla Turányi als vierte nominelle Innenverteidigerin fehlt zudem Gelb-Rot gesperrt. Verletzungsbedingt können Chiara Bücher (muskuläre Probleme) und Verena Wieder (Kreuzbandriss) ebenfalls nicht mitwirken. Wieder einsatzfähig sind dagegen Henrike Sahlmann, Julia Pollak, Lisanne Gräwe und Sofie Zdebel.

1.FC Köln: Mit Platz sieben die Saison krönen

Die Kölnerinnen können ganz entspannt in den Liga-Endspurt gehen, sie haben zum ersten Mal in ihrer Geschichte nach dem Aufstieg auch den Klassenerhalt geschafft. „Wir haben das große Ziel erreicht“, sagte Trainer Sascha Glass. „Jetzt können wir auch nach oben blicken. Leverkusen ist aktuell zwei Punkte und einen Tabellenplatz vor uns. Wenn wir Leverkusen noch überholen und Siebter würden, dann würden wir unsere Saison mehr als krönen.“ In den bisherigen fünf Bundesliga-Partien gegen Bremen konnte Köln noch nie gewinnen und lediglich zwei Unentschieden holen.

Werder Bremen: Den Klassenerhalt klar machen

An Köln hat Werder Bremen beste Erinnerungen. Nein, im DFB-Pokalfinale standen die Werder-Frauen noch nie, aber im Mai 2018 sicherten sie sich in Köln mit einem 2:0 den Klassenerhalt. Für den brauchen sie diesmal nur noch einen Sieg aus drei Spielen. Sollte der SC Sand nicht beim SC Freiburg gewinnen, wäre der Ligaverbleib ebenfalls gesichert. Das Hinspiel endete 0:0. Eigentlich kommt es schon einem Wunder gleich, dass Werder mit nur acht erzielten Toren 17 Punkte geholt hat. Das dürfte im deutschen Fußball noch nicht allzu oft vorgekommen sein. Margarita Gidion und Gabriella Tóth werden beim Spiel in Köln ausfallen.

SC Freiburg: Tabellenplatz nicht mehr hergeben

Seit vier Liga-Spielen sind die Freiburgerinnen ungeschlagen, diese Serie soll auch im Südbaden-Derby gegen den SC Sand halten. Zudem konnte Sand noch nie in Freiburg gewinnen. Cheftrainer Daniel Kraus stellt sich auf einen Gegner ein, „der gewinnen muss, um die Chance auf den Klassenverbleib zu wahren. Sie werden viel Tempo über die Außenbahnen bringen.“ Doch der Fokus liegt wie immer auf dem eigenen Spiel. „Unser Ziel ist es, unsere Chancen und die Umschaltmomente besser zu nutzen als beispielsweise zuletzt in Bremen. „Wir stehen jetzt im oberen Mittelfeld und wollen gewinnen, um unseren Tabellenplatz nicht mehr herzugeben. Es liegt alles in unseren eigenen Händen. Für diese Chance haben wir lange gearbeitet“, sagt Kraus.
Gegen Sand muss das Trainerteam weiterhin auf Lina Bürger, Jobina Lahr und Alina Bantle (alle Knieverletzung) verzichten. Die Einsätze von den angeschlagenen Lisa Karl und Lisa Kolb sind noch fraglich.

SC Sand: „Wir werden diese drei Spiele gewinnen“

Alexander Fischinger verbreitet Optimismus. Angesichts der Tabellensituation, die von seiner Mannschaft drei Siege in den drei verbleibenden Spielen verlangt, sagte er: „Ich bin mir sicher, dass wir diese drei Spiele gewinnen, weil wir das mit aller Macht wollen und weil es bei den Gegnern um nichts mehr geht.“ Das mag für Freiburg und Köln zu treffen, für den letzten Gegner TSG Hoffenheim höchstwahrscheinlich nicht, denn es nicht zu erwarten, dass die Vorentscheidung im Kampf um Platz 3 vor dem letzten Spieltag fällt. Fischinger weiß aber auch um die verpassten Chancen. „Wir haben die vermeintlich einfachen Spiele liegen lassen, jetzt müssen wir eben den schweren Weg gehen. Wir sind gut drauf“, sagt er. Fischinger freut sich auf die Partie in Freiburg, trainierte er doch die Breisgauerinnen vor vielen Jahren und rettete auch diese fast schon sensationell vor dem drohenden Abstieg. „Ich pflege eine intensive Verbundenheit zu Freiburg. Am Sonntag zählt allerdings nur der SC Sand“, verdeutlicht der Trainer.
Nicht dabei sein werden wie bisher lediglich Jasmin Pal und Kathleen McGovern, der Einsatz von Dominique Bruinenberg und von Torhüterin Sarah Dübel sind mehr als fraglich.

Michael Rappe

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