8. Mai 2022

#DieLiga – Sonntag 16 Uhr: Wolfsburg dicht vor dem Titelgewinn

Carl Zeiss Jena: Steffen Beck neuer Trainer

Absteiger Carl Zeiss Jena stellt die Weichen für die Zukunft. In der 2. Bundesliga übernimmt Steffen Beck das Traineramt, Isabelle Knipp wird neue sportliche Leiterin. „Wir freuen uns, mit Steffen Beck und Isabelle Knipp zwei alte Bekannte gewinnen zu können. Beide kennen die Strukturen vor Ort und ich bin mir sicher, dass sie sich schnell in ihre Aufgaben einarbeiten können“, sagte FCC-Geschäftsführer Chris Förster. Beck sprach von einer „Herzensangelegenheit“, schließlich ist es die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Zwischen 2015 und 2018 assistierte der gebürtige Berliner als Co-Trainer unter Daniel Kraus, Christian Franz-Pohlmann und Katja Greulich in der Bundesliga, wobei er die blau-weiße Mannschaft im November 2016 interimsmäßig als Chef betreute. Unter seiner Führung schaffte der FF USV in der hochemotionalen Saison 2018/2019 schließlich den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga. Aus seiner früheren Tätigkeit beim FF USV, unter anderem als Nachwuchsleiter, sind ihm viele Gesichter noch bestens bekannt, erste Gespräche hat Beck bereits geführt: „Viele Spielerinnen, mit denen ich zusammen aufgestiegen bin, sind noch dabei und ich habe mich mit ihnen bereits ausgetauscht. Wir wollen den aktuellen Kader weitestgehend für die 2. Bundesliga zusammenhalten und befinden uns in guten Gesprächen.“ Laut Chris Förster stehen bereits 13 Spielerinnen unter Vertrag, acht weitere haben ein Angebot erhalten.

Steffen Beck (links) und Isabelle Knipp bei der gemeinsamen Vorstellung mit FCC-Geschäftsführer Chris Förster. Foto: Karim El Boujdaini

VfL Wolfsburg: Den letzten Schritt gehen und feiern

Rasenmähen statt Bayern-Spiel gucken – Trainer Tommy Stroot rechnete nicht unbedingt damit, dass Bayern in Leverkusen Punkte abgibt und sein VfL am Fernseher deutscher Meister wird. Nach dem 3:0-Sieg der Münchnerinnen war klar: Mit einem Sieg in Jena (Sonntag, 16 Uhr) würde Wolfsburg zum siebten Mal deutscher Meister. Erst am Donnerstagmorgen war die VfL-Delegation aus Essen zurück, das Jena-Spiel beendet die letzte Englische Woche dieser Saison. Dabei werden Rebecka Blomqvist, Lisa Weiß und Pia-Sophie Wolter fehlen. Katarzyna Kiedrzynek wird voraussichtlich in den Kader zurückkehren, gleiches gilt für Lena Oberdorf. „Wir wollen in erster Linie Mentalität und Energie auf den Platz bringen, im zweiten Moment Qualität. Wichtig wird sein, viel Bewegung ohne Ball zu haben und immer wieder in Umschaltmomente zu kommen. Wenn wir dann die nötige Qualität im Passspiel an den Tag legen, werden wir uns genug Tormöglichkeiten und auch Standardsituationen erarbeiten, um das wichtige 1:0 zu machen.“

Derweil hat mit Tabea Waßmuth die erfolgreichste Stürmerin dieser Saison – wettbewerbsübergreifend waren es 21 Tore – ihren Vertrag bis 2025 verlängert. „Tabea hat die Erwartungen, die wir mit ihrer Verpflichtung in sie gesetzt haben, bei weitem übertroffen“, sagte der Sportliche Leiter Ralf Kellermann. „Ihre Entwicklung in den letzten Monaten ist beeindruckend, wie nicht zuletzt ihre Torquote unterstreicht. Mit ihren zehn Treffern in der Champions League hat sie selbst auf der internationalen Bühne ihre Qualitäten unter Beweis gestellt.“

Werder Bremen: Mit breitem Grinsen ins letzte Heimspiel

Locker und gelassen kann Werder Bremen in die letzten beiden Saisonspiele gehen. Dabei sind die Werder-Frauen noch das Zünglein an der Waage, wenn es um den dritten Tabellenplatz geht, denn nach dem Frankfurter Sieg in Potsdam ist noch keine Entscheidung gefallen. Verliert Werder gegen Hoffenheim, wären die Kraichgauerinnen wieder im Rennen. Und am letzten Spieltag spielt Werder in Frankfurt. „Wir gehen mit einem breiten Grinsen in unser letztes Heimspiel. Vor heimischen Publikum wollen wir uns nochmal gegen einen ambitionierten Gegner gut präsentieren.“ Keine großen Veränderungen wird es im Kader vom SVW geben. Margarita Gidion befindet sich noch im Aufbautraining nach ihrer COVID-19-Infektion, ansonsten stehen alle Spielerinnen – ausgenommen die Langzeitverletzten Lena Pauels und Anna Hausdorff – zur Verfügung.

TSG Hoffenheim: Winzige Chance auf Platz drei nutzen

Ein möglichst hoher Sieg in Bremen – so wie im Hinspiel beim 7:1 – ließe der TSG Hoffenheim noch eine winzige Chance, doch wieder den dritten Platz und die Champions-League-Qualifikation zu erreichen. Der Frankfurter Sieg in Potsdam hat dafür gesorgt, dass es im letzten Auswärtsspiel der Saison noch um etwas geht. Doch ein hoher Sieg in Bremen ist nicht so einfach zu bewerkstelligen. Man frage mal bei Eintracht Frankfurt nach, das an der Weser mit 0:1 verlor, und auch Wolfsburg und München kamen „nur“ zu 2:0-Siegen. Mit nur drei Toren in zehn Heimspielen hat Bremen drei Siege und zwei Unentschieden geholt, aber eben auch nur 14 Tore kassiert. Sie haben deutlich öfter zu Null gespielt als die Hoffenheimerinnen.

Auf Hochtouren laufen bei Hoffenheim die personellen Planungen. Nach Melissa Kössler wurden mit Ereleta Memeti (SC Freiburg) und Julia Hicklesberger (St. Pölten) zwei weitere Offensivkräfte verpflichtet. Eine Defensivspielerin soll auch noch kommen, zudem rücken zwei oder drei Spielerinnen aus dem Zweitliga-Team nach oben. Kapitänin Fabienne Dongus verlängerte am Samstag ihren Vertrag bis 2025.

Michael Rappe

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