29. Mai 2022

Zum neunten Male: Der VfL Wolfsburg ist DFB-Pokalsieger

DFB-Pokalfinale: VfL Wolfsburg – Turbine Potsdam 4:0 (3:0)

VfL Wolfsburg: Schult – Wilms (60. Wedemeyer), Hendrich, Janssen, Rauch – Oberdorf (83. Knaak), Lattwein – Waßmuth (72. Jonsdottir), Roord (60. Popp), Huth – Pajor (83. Bremer). Trainer: Stroot.
Turbine Potsdam: Wellmann – Gerhardt, Barth, Sissoko (82. Kuznezov), Agrez – Orschmann (55. Kerschowski), Mesjasz, K. Holmgaard (64. Deutsch), Plattner (64. Schwalm) – Weidauer, Kössler. Trainer: Chahed.
Tore: 1:0, 2:0 Pajor (11., 32.), 3:0 Roord (42.), 4:0 Janssen (70.)
Schiedsrichterin: Wacker (Marbach am Neckar)
Gelbe Karten: Wilms, Roord, Oberdorf, Lattwein, Janssen / Kössler
Zuschauende: 17.531 im Kölner RheinEnergie Stadion

„Alle Neune“ stand auf den Siegertrikots des VfL Wolfsburg, die sie schon bald nach dem Schlusspfiff des 42. DFB-Pokal-Endspieles im Kölner RheinEnergie Stadion anzogen. Mit dem 4:0 (3:0) gegen Turbine Potsdam haben die Wölfinnen zum neunten Mal – zum achten Mal in Folge – den DFB-Pokal gewonnen, damit ziehen sie mit Eintracht Frankfurt (vormals 1. FFC Frankfurt) gleich. Wie sich eine Niederlage im Pokal anfühlt, das wissen die Wolfsburgerinnen schon gar nicht mehr. Es war der 40. Sieg in diesem Wettbewerb in Folge – eine unglaubliche Leistung. Am 16. November 2013 schied der VfL im Achtelfinale mit 0:1 beim 1. FFC Frankfurt aus, Almuth Schult stand schon damals im Tor, Alexandra Popp ist die einzige Feldspielerin, die von damals übriggeblieben ist. Schult hat in ihrer Karriere beim VfL nur dies eine Pokalspiel verloren, „und das ärgert mich heute noch“, verriet sie bei der Pressekonferenz. Sie strahlte einfach totale Zufriedenheit und Glückseligkeit aus, dass sie ihren Abschied aus Wolfsburg mit dem Double gekrönt hat.

„Ich versuche es zu genießen“, sagte Schult, „wir haben es auf den Platz gebracht.“ Der bisher höchste Finalsieg war frühzeitig in trockenen Tüchern. Potsdam nutzte die große Chance zur Führung durch Karen Holmgaard nicht, Wolfsburg dagegen war eiskalt. Nach elf Minuten landete eine Ecke von Felicitas Rauch auf dem Kopf von Ewa Pajor, und die lenkte das Leder ins lange Eck. Turbine versuchte, eigene Angriffe zu starten, doch es fehlte jegliche Präzision. Entweder der letzte Pass kam nicht oder es fehlte die Entschlossenheit. Und dann schlug Eva Pajor noch einmal zu, wieder per Kopf. Nach einer Flanke von Wilms setzte sie sich gegen Merle Barth und Karen Holmgaard durch. Warum eine eher kleinwüchsige Spielerin zweimal so sträflich frei zum Kopfball kommen kann, wird sich nicht nur Trainer Sofian Chahed gefragt haben. Die Innenverteidigung von Turbine mit Merle Barth und Teninsoun Sissoko hatte einen schwachen Tag. Und auch beim 3:0 stand eine Turbine-Spielerin Pate. Anna Gerhardt köpfte den Ball genau vor die Füße von Jill Roord.

Turbine versuchte zu Beginn der zweiten Halbzeit alles, einen abgelegten Freistoß jagte Melissa Kössler nur knapp über das Tor. Die künftige Hoffenheimerin war die einzige im Turbine-Dress, die Torgefahr ausstrahlte. Drei Minuten später jagte sie den Ball aus spitzem Winkel drüber. Kurz zuvor war Holmgaard, der einfach nichts gelingen wollte, mit einem Kopfball an der großartig regierenden Schult gescheitert. Nach 70 Minuten besorgte Dominique Janssen mit einem direkten Freistoß aus 17 Metern, der von Sophie Weidauer abgefälscht wurde, den Endstand.

Aus den Händen von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nahmen Alexandra Popp, Almuth Schult, Dominique Janssen und Svenja Huth gemeinsam den Pokal entgegen und streckten ihn in die Höhe. Der VfL Wolfsburg ist Double-Gewinner 2021/22.

Michael Rappe

Der VfL Wolfsburg bejubelt den neunten DFB-Pokalsieg. Foto: Imago/Nico Herbertz

Stimmen zum Spiel:

VfL-Trainer Tommy Stroot: Das war eine ganz besondere Saison und ich genieße es in vollen Zügen. Ich werde mich gerne zurückerinnern. Wir hatten die Überzeugung wie in den letzten Wochen und haben die Kleinigkeiten sehr gut bestraft. In der Rückrunde haben wir nur gegen Chelsea verloren. Heute ist Genießen, es gibt keine Gedanken an die kommende Saison. Ich glaube, heute Abend ist viel organisiert…“

Turbine-Trainer Sofian Chahed: Der Sieg geht völlig in Ordnung. Von der Leistung her bin ich nicht enttäuscht, nur vom Ergebnis. Ich hätte mir zumindest ein Tor gewünscht. Wir waren nach vorne zu unentschlossen. Wenn man die Bedingungen in Wolfsburg und Potsdam vergleicht, ist es irgendwie schon eine andere Welt. Ich hoffe, dass der Unterschied nicht zu groß wird. Ich wünsche mir eine ausgeglichenere Liga.

Isabel Kerschowski (sie beendet nun ihre Karriere): Wir haben es die ersten 20 Minuten ganz gut gemacht, für mich waren es zwei Tore zu viel. In der zweiten Halbzeit haben wir noch einmal Moral gezeigt und nur mit einem Tor verloren. So richtig wird die Wehmut erst am Montag oder Dienstag. Es ist schade, dass es heute so ausgegangen ist. Wir können stolz auf uns sein. Für mich war es eine wunderschöne Karriere und ein wunderschöner Abschluss.

Michael Rappe

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