4. Juni 2021

Bayern oder doch noch Wolfsburg?

1. Bundesliga – 2016 holte Bayern München unter Trainer Thomas Wörle den letzten Titel in der Frauenfußball-Bundesliga, zehn Punkte betrug der Vorsprung auf den VfL Wolfsburg und elf auf den 1. FFC Frankfurt. Diesmal ist der Abstand deutlich geringer, und vor dem großen Saisonfinale am Sonntag können beide Teams noch Deutscher Meister werden. Dabei haben die Münchnerinnen aber eindeutig die besseren Karten. Sie haben zwei Punkte Vorsprung und die klar bessere Tordifferenz (78:9 gegenüber 63:17), dadurch reicht ihnen bereits ein Remis gegen Eintracht Frankfurt. Wolfsburg, der Meister und Double-Gewinner der letzten vier Jahre, muss also erst einmal seine abschließende Partie gegen Werder Bremen gewinnen und auf einen Sieg des Pokalfinalisten vom Main hoffen.

Für eine Spielerin wäre der Titelgewinn der Bayerinnen der krönende Abschluss einer ganz großen Karriere. Simone Laudehr war Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin, hat die Champions League, den UEFA-Cup und den DFB-Pokal gewonnen – nur deutsche Meisterin war sie nie. Fünfmal war sie mit Duisburg Vizemeisterin, einmal mit Frankfurt. Nun macht sie Schluss. „Es ist Zeit für die Jungen“, sagte die 34-jährige Regensburgerin. Karin Danner, Abteilungsleiterin Frauen beim FC Bayern, ist optimistisch. „Wir können zu Hause Meister werden, und ich bin überzeugt, dass wir es schaffen .Wir haben es in der eigenen Hand“, so Danner.

Holt Simone Laudehr im letzten Spiel ihrer Karriere doch noch ihren ersten Meistertitel? Foto: imago

In Wolfsburg kommt es zahlreichen Abschieden. Nicht nur Trainer Stephan Lerch verlässt den VfL, auch verdiente Spielerinnen wie Lena Goeßling, Fridolina Rolfö, Zsanett Jakabfi, Lara Dickenmann, Friederike Abt und Ingrid Engen. Egal, wie das Spiel ausgeht, die Emotionen werden da sein. Bei Rolfö klappt es aufgrund einer Verletzung voraussichtlich nicht mit einem letzten Auftritt im grünen Trikot, alle anderen sollen möglichst eine Einsatzchance bekommen. „Wir sind mit dem Fokus ganz bei uns“, sagte Lerch, der kein Handy auf der Trainerbank dabei haben wird.

Den Pokal hat er letzten Sonntag gewonnen. Holt sich Stephan Lerch zum Abschied aus Wolfsburg noch einmal die Meisterschaft? Foto: imago

Hinter dem Spitzenduo hat die TSG Hoffenheim den dritten Platz sicher, sofern nicht ein Fußballwunder passiert. Bei drei Punkten Vorsprung  und der um 24 Zähler besseren Tordifferenz sollte selbst bei eher nicht zu erwartenden Niederlage beim Absteiger MSV Duisburg nichts mehr anbrennen. Auch bei Hoffenheim gehen mit Maximiliane Rall, Lena Lattwein und Tabea Waßmuth drei A-Nationalspielerinnen, ebenso Jana Beuschlein und Janina Leitzig. „Der TSG-Express soll noch einmal rollen“, sagte Rall und wünscht sich zum Abschied noch einmal ein Tor. Nicole Billa (21 Tore) möchte ihren Vorsprung in der Torjägerinnenliste verteidigen. Dass die Frankfurterin Laura Freigang (17 Treffer) in München vier Tore schießt, ist aber eh‘ nicht zu erwarten.

Sand oder Meppen?

Auch im Abstiegskampf fällt die zweite Entscheidung erst am letzten Spieltag. Nach dem Erfolg in Meppen hat Sand alles in eigener Hand. Der Klub aus der Ortenau hat einen Punkt Vorsprung auf die Emsländerinnen, kann mit einem Sieg daheim gegen Bayer Leverkusen also alles klar machen. „Ich werde maximal zwei Sätze über Leverkusen verlieren, das war’s“, sagte Sands Trainer Alexander Fischinger zur Vorbereitung. „Es geht darum, uns auf unsere Stärken zu konzentrieren und den Spielerinnen klar zu machen, was sie alles können und um was es in diesem Spiel geht. Meppen hat beim SC Freiburg die wohl schwierigere Aufgabe und muss gewinnen. Sollte Sand gegen Leverkusen verlieren, würde Meppen schon ein Unentschieden reichen, da es das bessere Torverhältnis hat.

Zwischen Turbine Potsdam und der SGS Essen geht es praktisch um nichts mehr. Potsdam hat den vierten Rang bereits sicher, Essen könnte mit einem Erfolg noch Siebter werden, sofern Freiburg gegen Meppen verliert.

Michael Rappe

22. Spieltag, Sonntag, 6. Juni, 14.00 Uhr:

Bayern München – Eintracht Frankfurt (Magenta Sport)
VfL Wolfsburg – Werder Bremen (Magenta Sport)
SC Sand – Bayer Leverkusen (DFB-TV)
SC Freiburg – SV Meppen (DFB-TV)
MSV Duisburg – TSG Hoffenheim (DFB-TV)
Turbine Potsdam – SGS Essen (DFB-TV)

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