27. Juni 2021

Anouk Blaschka schießt Hoffenheim II ins Glück

TSG Hoffenheim II – Borussia Mönchengladbach 2:1 (1:0)

TSG Hoffenheim II: Dick – Görlitz (82. Alp), Bohnen, Hofmann, Drexler – Degen – Harsch (66. Blaschka), Diehm, Gebert (60. Vobian) – Rausch (60. Cal), Leimenstoll. Trainer: Becker.

Borussia Mönchengladbach: Hoffmann – Koj (71. Peeters), Brietzke, Giehl, Corres (84. Densing) – Everaerts, Kaiser, Petri (77. Fohrer), Busshuven (71. Baghuis) – Abu Sabbah, Hackenberger (77. Schenk). Trainer: Schäfer.

Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Hofmann (24.), 1:1 Sabbah (55.), 2:1 Blaschka (75.).

Am Ende jubelte die U20 der TSG Hoffenheim. Mit einem hart erkämpften 2:1 (1:0) im zweiten Relegationsspiel gegen Borussia Mönchengladbach sicherten sich die Hoffenheimerinnen den Klassenerhalt in der 2. Frauenfußball-Bundesliga. Die erste Partie hatte die TSG II in Gladbach mit 1:0 gewonnen. Der frühere Erstligist vom Niederrhein muss dagegen in die Regionalliga West absteigen.

Titelbild: Siegesjubel der Hoffenheimerinnen nach Spielschluss. Foto: Uwe Grün

Bei hohen Temperaturen im Sinsheimer Helmut-Gmelin-Stadion entwickelte sich ein heißer Kampf mit vielen Zweikämpfen und Fouls. Torchancen gab es zunächst wenige. Die Gastgeberinnen hatten durch die starke Karla Görlitz Vorteile, aber erst in der 26. Minute gab Rausch den ersten Torschuss ab. Eine Minute später hieß es 1:0. Nach einem schönen Angriff über Lisa Drexler hob Franziska Harsch den Ball in den Strafraum, wo die 16-jährige Linette Hofmann mit links flach ins rechte Tor traf.

Gladbach musste nun zwei Tore schießen, und die Gäste kamen. Erst wurde ein Schuss von Torjägerin Sabbah geblockt, den folgenden Eckball setzte die Jordanierin an die Latte, und im Nachschuss traf die Ex-Hoffenheimerin Madita Giehl den Pfosten. Es war aber fast die einzige Torchance der wenig zielstrebigen Borussia. Bei der TSG scheiterte Leimenstoll nach eindrucksvollen Alleingang an Gladbachs Torfrau Hoffmann, Hofmann traf in der mit dem Hinterkopf auf die Latte.

In der zweiten Halbzeit ließ sich Hoffenheim zu weit hinten rein drängen und wurde bestraft. In der 54. Minute war die rechte Abwehrseite sträflich frei, Sabbah zog in den Strafraum, ihr erster Schussversuch wurde abgewehrt, der zweite war drin. Gladbach drängte weiter und der Hoffenheimer U20 drohte der Abstieg, denn bei 1:2 hätte die Auswärtstorregel für die Gäste entschieden. Mit viel Einsatz warfen sich die Gastgeberinnen dem Ansturm entgegen.

Drei am Boden – aber zwei im Jubel: Vanessa Leimenstoll und Mayalu Rausch. Foto: Uwe Grün

Das entscheidende Tor fiel dann wie aus dem Nichts. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß ging die gerade eingewechselte Anouk Blaschka ins direkte Duell mit Madita Giehl, zog vorbei und jagte den Ball ins linke lange Eck. Mit diesem Treffer zum 2:1 war bei Gladbach der Stecker gezogen, denn drei Treffer in 15 Minuten waren doch ziemlich aussichtslos. Die Gäste kämpfen bis zum Schluss aufopferungsvoll, wurden aber kaum noch gefährlich.

Stimmen zum Spiel:

Siegfried Becker (Trainer Hoffenheim II):  „Das Spiel war zunächst sehr ausgeglichen, ich denke, aber das 1:0 zur Pause war verdient, denn Gladbach hatte nur die Standardsituation mit Latte und Pfosten.  Dann haben wir uns zu sehr hinten reindrücken lassen. Das konnten wir plötzlich wieder was verlieren, Gladbach hatte nichts mehr zu verlieren. Das 2:1 war dann wie aus dem Nichts, das hat ihnen den Stecker gezogen.“

Mayalu Rausch (Kapitänin Hoffenheim II): „Es war uns bewusst, dass es noch körperbetonter werden würde als im Hinspiel. Gladbach musste was machen. Unser Ziel war, von Anfang an dagegen zu halten. Nach der Halbzeit haben wir uns zu weit reindrängen lassen, wie so oft in dieser Saison hatten wir Angst, ein 1:0 verlieren zu können. Aber wir haben uns alle reingeschmissen und sind nun einfach nur glücklich.“

Anouk Blaschka (TSG II): „Ich hatte mir vorgenommen, den Abschluss zu suchen. Es ist natürlich sehr schön, das Tor in so einem wichtigen Spiel zu machen. Eine Zeitlang haben wir sehr gewackelt. Beim Schlusspfiff habe ich einfach nur Erleichterung und ganz viel Freude verspürt. Wir haben den Klassenerhalt sehr verdient geschafft.“


Romeo Schäfer (Trainer Gladbach):
„Ich mache den Mädels keinen Vorwurf. Sie haben heute noch einmal alles reingeworfen und investiert. Wir haben den Klassenerhalt nicht heute verspielt, in der Summe hat es die ganze Saison über nicht gereicht.“

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